Interview mit DJ Jäger von Breitbild
->
Fünf Typen, fünf Charaktere, eine Passion: Gute Rapmusik! Diesen Satz hört man oft, wenn eine Churer Rap-Crew auf der Bühne steht. Die Rede ist von Breitbild, einer der erfolgreichsten Hip-Hop-Bands der Schweiz.
Mit ihrem Debütalbum Narrafreiheit (2004) gelang ihnen der Sprung über die Kantonsgrenzen hinaus und mit Legenda doppelten sie zwei Jahre später nach. Die Arbeit macht sich bezahlt: Für 1 hets immerno glangt ist der meistespielte Clip 2006! Im April dieses Jahres veröffentlichten sie As isch nid immer alles crazy, welches direkt auf Platz 8 der Charts einstieg.
Breitbild setzt sich zusammen aus den Rappern Phlegma, Vali, Thom Krause, Hyphen und DJ Jäger. Kennen gelernt haben sich die Bündner durch die Schule und die Musik. Ihr Proberaum? Ein Luftschutzkeller einer Turnhallenanlage im Zentrum der Stadt Chur.
Mittlerweile spielt die Band mit fester Besetzung – und immer dabei sind auch Toshman & Rabbit, welche die musikalische Leitung für Breitbild übernehmen und für den unverwechselbaren 16:9 Sound sorgen!
Da ihr Live-DJ Stefan Jäger unweit meines Wohnorts arbeitet, habe ich mir einmal überlegt, mit ihm ein kleines Interview über die Band, die Musik und natürlich über Graubünden zu führen. Und so kam es dann am Donnerstag auch dazu. An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmals bei Stefan für das tolle Gespräch bedanken!
Das Interview
Andri, Vali und Claudio studieren alle an der Universität Zürich, du arbeitest als Detailhandelsangestellter in Chur. Kommt ihr überhaupt noch zu regelmässigen Proben?
Das Problem ist nicht nur das Studium von Andri, Vali und Claudio. Wir treten seit Legenda stets mit Toshman & Rabbit auf, mit welchen wir selbstverständlich auch proben. Deshalb ist es recht schwierig, immer für alle einen passenden Termin zu finden. Wenn es dann klappt, üben wir meist am Wochenende, da wir unter der Woche wieder unserer normalen Arbeit nachgehen.
Als DJ einer sehr erfolgreichen Bündner Band bist du oft unterwegs, hast du auch mal Heimweh nach den Bündner Bergen?
Nein (schmunzelt). Wenn wir unterwegs sind, dann nur am Wochenende. Unter der Woche gehen wir alle wieder unseren normalen Tätigkeiten nach.
Was für eine Rolle spielt Chur für dich?
Ich bin in Zizers aufgewachsen, wohne und arbeite jetzt aber in Chur. Eine besondere Bedeutung hat die Stadt für mich aber nicht.
As isch nid immer alles crazy ist das erfolgreichste Schweizer Rap-Album in diesem Jahr und auch mit “Legenda” konntet ihr im 2006 einen enormen Erfolg verbuchen. Was ist euer Erfolgsgeheimnis und wie sieht es mit der Zukunft aus?
Ein Erfolgsgeheimnis haben wir eigentlich nicht. Wir bleiben eben auf dem Boden und verstellen uns nicht. Unsere Live-Auftritte sind aber sicher etwas besonderes!
Das Album soll sehr kurzfristig entstanden sein. Von der ersten Zusammenkunft im Oktober 07 bis zum Release im nächsten April ist nur ein halbes Jahr vergangen. Ist das nicht relativ schnell für eine Platte?
Wir waren uns anfangs unschlüssig, ob und wann wir ein Album veröffentlichen wollten. Man muss dan nauch den Markt anschauen: Wann ist der ideale Zeitpunkt und so weiter. Wir waren dann aber richtig unter Stress, das erkennt man auch daran, dass wir gar keine Zeit für den Videodreh zu Mach si stolz hatten. Es war aber doch ganz witzig, uns selbst als Comicfiguren zu sehen!
Wenn sich ein Tourist nach Graubünden verirrt, welches Ausflugsziel empfiehlst du ihm?
Spontan würde ich sagen, dass sich ein Besuch im Kitchen Club in Arosa sicher lohnt. Am besten immer mittwochs im Winter!
Eure Musik entstand mehrheitlich in einem Luftschutzkeller. Wie sieht es dort heute aus?
Erst kürzlich mussten wir dort einmal ausmisten, was auch dringend nötig war bei den ganzen Bierflaschen. Zum ersten mal war ich im 2005 dort, es ist dann auch schon mal vorgekommen, dass wir eine Mulde organisieren mussten, da sich doch eine ganze Menge angestaut hatte! Im Bandraum hatten wir unter anderem auch die ganze Legenda Tour vorbereitet.
Jetzt haben wir den Luftschutzkeller auch ein wenig umgestellt. Jeder hat wieder seine persönliche Ecke um an Songs zu feilen und Beats auszutüfteln.
Ihr seid noch bis im Dezember auf Tournee. Probt ihr eure Auftritte auch zwischen den Konzerten?
Wie du vielleicht bei den Tourdaten gesehen hast, ist unser Terminkalender sehr eng gestrafft. Die einzige Möglichkeit sind da die Soundchecks vor den Gigs. Bei speziellen Anlässen wie z.B. bei der Bahnhoferöffnung versuchen wir, die Soundchecks möglichst kurz zu halten, da wir dort schon auf der Bühne sind und die Zuschauer ungeduldig warten.
Wie lange dauert denn ein normales Konzert bei euch?
Wenn wir im Rahmen eines speziellen Events wie eben der Bahnhoferöffnung spielen, haben wir meist nur eine Stunde lang Zeit. Normalerweise dauert die Show mit unserem ganzen Repertoir rund 90 Minuten.
Plant ihr vorher auch schon mal eine kleine Schoweinlage?
Nein, wir sind da eher spontan und planen nichts dergleichen. Allerdings haben wir das wirklich einmal gemacht – am Churer Fest. Das war noch vor vier oder fünf Jahren. Wir spielten im Stadtpark und es drängelten immer Leute hinein, obwohl es schon fast keinen Platz mehr hatte. Und da hatten wir plötzlich Leuchtstäbe hervorgeholt. Wir waren so richtig am raven.




Antwort hinterlassen