Warum das Schulhaus Quader so schnell nicht renoviert wird

Ab Schuljahr 2006/2007 wurden die Oberstufenschüler gemeinsam in einem kooperativen Modell – Modell C -  unterrichtet. Ich bin selber Schüler in der dritten Sekundarstufe im Schulhaus Quader, auf dessen Areal auch alljährlich ein Eisfeld aufgebaut wird. Da ich in eben diesem Jahr in die Oberstufe kam, bin ich einer von vielen Schülern, die als Versuchskaninchen herhalten mussten.

380 Schüler auf vier Stockwerken

Flugaufnahme des Schulhauses

Flugaufnahme des Schulhauses

Durch die Umsetllung ist das Quader-Schulhaus um über 200 Schüler gewachsen – das hinterlässt Spuren und man stösst an erste Kapazitätsgrenzen.

Am 11. Dezember 2006 genehmigte der Stadtratd das Wettbewerbsprogramm “Renovation” und Erweiterung Oberstufenschulhaus Quader für einen einstufigen Projektwettbewerb im offenen Verfahren. Man beachte hierbei die Anführungs- und Schlusszeichen beim Wort Renovation…

120′00 Franken für nichts

Innert der gemäss Programm vorgegebenen Frist sind insgesammt 39 Entwürfe eingereicht worden. Die meisten von ihnen hatten zur Absicht, die Turnhallen unmittelbar neben dem Schulhaus oder die Baracke auf der Seite der Quaderwiese durch einen Neubau zu ersetzen.

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Vorschlag der Architekten Voelki Partner AG

Woran allerdings niemand gedacht hat war die Renovierung: Das ist auch der Jury nicht entgangen, die in dem 55-seitigen Bericht jedoch auch keine Lösung präsentieren konnte. Das bedeutet, dass alles  beim Alten bleibt und man die 120′000 Franken praktisch aus dem Fenster geworfen hat. Zwar soll ein Projekt weiterverfolgt werden, aber in welcher Form bleibt unklar.

Aus denkmalpflegerischer Sicht bleibt noch festzuhalten: Die Konservierung, Restaurierung, Renovation und der Umbau des bestehenden Quaderschulhauses betrifft das Hauptvolumen des Wettbewerbs. Trotzdem befasste sich ein grosser Teil der eingereichten Projekte nicht mit der Instandstellung des Altbaus. Es fehlen also auch entsprechende Konzepte, die Aufschluss geben würden, wie die notwendigen Massnahmen umgesetzt werden könnten.

Das Schulhaus macht nur Probleme

Dass das alte Schulhaus bei vielen Schülern für Ärger sorgt, ist hierbei nur verständlich: Nach dem Handyverbot gab es auch andere Vorfälle, die nicht nur die Schüler, sondern auch manche Lehrer stören:

  • Im Sommer wurde die Ölheizung durch eine Gas-Variante ausgetauscht. Da die Heizung bis vorgestern jedoch nicht richtig funktionierte, hatten wir in unter 16° Grad kalten Räumen Unterricht. Und das ist wirklich nicht angenehm!
  • Ebenfalls im Sommer wurde in der Schulküche ein grosser Schimmelfleck entdeckt. Das ist hygienisch absolut verantwortungslos!
  • Das unterste Stockwerk ist das Schlimmste: Hier haust überall Schimmelpilz. In einem Zimmer musste man früher einmal die völlig grau gewordenen Wände mit Chemikalien reinigen, was bei dem dortigen Lehrer akute Kopfschmerzen verursachte. Falls die Zimmer nicht immer durchgelüftet würden, könnte man des Gestanks wegen kaum mehr hineingehen.
  • Das Schulhaus wurde vor über 100 Jahren gebaut, allerdings nicht auf einem soliden Fundament. Im Schulzimmer meines Klassenlehrers liegt der Bodenbelag direkt auf der nackten Erde.
Das Schulhaus von vorne

Das Schulhaus von vorne

Doch was kann man dagegen tun? Die Heizung bekam man in den Griff, doch beim Schimmel muss man sich an jemand anders als den Hausabwart wenden – an den Arzt! Jawohl, denn sie versicherten uns, dass man nur etwas unternehmen könne, wenn man sich mit einem ärztlichen Attest, welches eine Schädigung der Atemwege durch Schimmelpilz belegt, an das städtische Hochbauamt wendet.

Insbesondere darum ist eine Renovation dringend notwendig. Aber daraus wird in absehbarer Zeit nichts…

Darum wird das Schulhaus Quader so schnell nicht renoviert

Zur Zeit läuft der Projektwettbewerb zum Sportstättenkonzept in Chur. Das ambitionierte Projekt mit Gesamtkosten von rund 90 Millionen Franken soll auf dem Gebiet der Oberen Au realisiert werden. Auf die Stadt entfielen Kosten von netto rund 60 Millionen Franken. Die Volksabstimmung über die erste Etappe mit geschätzten Kosten von rund 35 Millionen Franken ist für das Jahr 2010 vorgesehen, sofern vorher das Gemeindeparlament dem Projekt zugestimmt hat.

Dieses Geld fehlt natürlich für die Renovierung des Schulhauses und mit Sicherheit wird dies noch ein paar Jahre so bleiben.

Ein weiterer Grund ist aber auch eine fehlende Alternative: Wo sollen die über 300 Schüler in der Renovierungsphase unterrichtet werden? Ins Auge gefasst hat man die Holzbaracken der Kantonsschule Halde, die jedoch in den nächsten Jahren nicht zur Verfügung stehen: Die Kantonsschule wird nämlich zur Zeit selbst renoviert…

Über den Autor

Pascal Birchler

Der 15-jährige Schüler ist begeisterter Blogger und wohnt selbst in der Hauptstadt des Ostschweizer Kantons.

Eine Antwort auf “Warum das Schulhaus Quader so schnell nicht renoviert wird”

  1. Uii.. Das tönt nicht soo toll. Unser Schulhaus ist mittlerweile auch schon etwas älter und ausser dem Real-Teil wurde nichts renoviert bzw. angebaut. Die Türe unseres Klassenzimmers muss man “schlezen”, damit sie auch wirklich zu ist. Genau so wie die Grösse der Zimmer: Sie sind viel zu klein, bei 25 Schülern…

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