Wenn der letzte Wille eine gute Tat sein soll

Graubünden hat etliche strukturschwache Gebiete, die vielfach durch Spenden von gemeinnützigen Organisationen und andere Hilfe von außerhalb (Berghilfe, Strukturbeiträge, Steuerumverteilungen etc.) unterstützt werden.

So hat z. B. die Gemeinde Cazis im Domleschg gerade 100.000 Franken von der Patenschaft für Berggemeinden erhalten.

Unabhängig von der Frage, ob man in Graubünden oder anderswo auf der Welt gemeinnützige Organisationen unterstützten möchte, stellt sich als betagter Mensch die Frage, ob und inwieweit dies überhaupt möglich ist.

Ist es möglich, gemeinnützige Organisationen im Testament zu bedenken?

Wer nach seinem Ableben sein Kapital einer hinterbliebenen Person zukommen lassen möchte, muß dies in einem Testament festhalten. Andererseits liegt die Bestimmung beim Gesetz.

Das Schweizer Erbrecht unterscheidet bezüglich der Verfügung über ein Vermögen zwei Komponenten. Demnach steht Angehörigen ein Pflichtteil zu. Über den Verbleib des restlichen Erbes darf ein Mensch frei entscheiden. Die sogenannte verfügungsfreie Quote kann man somit auch an gemeinnützige Organisationen spenden. Aufgrund von Unwissenheit ist der Anteil der gespendeten Hinterlassenschaft mit 1-1,5% jedoch sehr gering.
„Mein glückliches Ende“ bzw. „My Happy End“ – Erbe spenden

„Mein glückliches Ende“ bzw. „My Happy End“ nennt sich ein Schweizer Zusammenschluß aus gemeinnützigen Organisationen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Bürger über diesen Verwendungszweck aufzuklären.

Menschen, die den Wunsch hegen, mit ihren Ersparnissen einem guten Zweck zu dienen, werden hier beraten.

„MyHappyEnd-Coffee“

Unter anderem können sich Interessierte an dem regelmäßig stattfindenden „MyHappyEnd“-Kaffee über das Thema „Erben und Vererben“ informieren.

„MyHappyEnd“ gibt ebenfalls Hilfestellung bei der Suche der richtigen Organisation, der man einen Teil seines Erbes zu Lebzeit spenden möchte. Von Tierheimen über Umweltschutz bis hin zu Kinderhilfswerken, Kranken-, oder Seniorenpflege und auch Entwicklungshilfe ist das Spektrum der angemeldeten Projekte weit gefächert.

In welcher Form kann man sein Erbe vermachen?

Bei einem Erbe handelt es sich nicht immer zwangsläufig um bares Geld. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sein Hab und Gut zu hinterlassen.
Mit einem Vermächtnis bzw. Legat, teilt man den Begünstigten einen festen Betrag oder Gegenstand zu.
Spricht man einer Organisation einen prozentualen Anteil zu, wird diese Teil der Erbengemeinschaft und erhält ein Miterbe.
Existiert keine Verwandtschaft, entfällt der Pflichtteil, sodass ein gemeinnütziges Werk durchaus zum Alleinerben ernannt werden kann und man den gesamten Betrag spenden kann.
Eine weitere Möglichkeit ist die Schenkung. Gegenstände oder auch Immobilien können an Vereine verschenkt werden. Meistens beschließt der Schenker mittels der Nutzniessung oder – im Falle eines Hauses – des Wohnrechts, dass ihm der Gebrauch des Eigentums bis zu seinem Tod weiter erlaubt ist.
Überdies ist es machbar bei vorzeitigem Dahinscheiden eine Lebensversicherung an eine gemeinnützige Organisation auszahlen zu lassen.

Möchte man sichergehen, daß sein Vermögen wie gewollt verwendet wird, ist es sinnvoll, es als Stiftung zu überlassen. Lohnenswert ist diese Methode jedoch nur bei großen Beträgen.

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